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Das kannst Du im SEO tun, wenn Du starke Wettbewerber hast

Inhaltsverzeichnis

    SEO ist ein Nullsummenspiel. Ein paar Websites gewinnen, der Rest verliert. Auf der ersten Seite bei Google gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen. Die Websites, die es auf Seite 1 schaffen, bekommen den Traffic aus der Google Suche. Alle anderen Websites gehen in der Regel leer aus und müssen den Aufwand ihrer SEO-Maßnahmen erhöhen oder den Fokus auf andere Marketing-Aktivitäten setzen. Ist der Wettbewerb in Deiner Keyword-Nische sehr hoch und schaffst Du es für keine oder nur wenige Suchbegriffe nach oben? Dann könnte die sogenannte Blue Ocean Strategie für Deinen SEO-Plan interessant sein, um starken Wettbewerbern aus dem Weg zu gehen und organischen Traffic zu generieren.

    Warum wird der Wettbewerb im SEO immer größer?

    Es gibt drei Gründe, warum sich der Wettbewerb im SEO in den letzten fünf Jahren stark intensiviert hat. Zum einen hat es sich „herumgesprochen“, dass man mit SEO richtig viel Traffic auf seine Website lotsen kann. War früher die SEO-Branche von einer Handvoll Techies umgeben, ist die Marketingdisziplin in den letzten Jahren erwachsen geworden. Kaum ein professionelles Unternehmen kann darauf verzichten. Suchmaschinenoptimierung ist im Marketing-Mix fest verankert.

    Der zweite Grund für die Zunahme des Wettbewerbs im SEO ist die stark steigende Anzahl an Websites weltweit. Aufgrund des Nullsummenspiels wird ein Google Ranking schwieriger, je mehr konkurrenzfähige Websites um dieselben Keywords buhlen. Aktuell gibt es zwei Milliarden Websites weltweit. Die Tendenz ist weiter steigend. Daher ist es logisch, dass die Top-10-Plätze bei Google immer gefragter werden.

    Der dritte Grund, der für eine Intensivierung des SEO-Wettbewerbs spricht, ist der Beginn der Corona-Pandemie in 2020. Warum das? Aus dem einfachen Grund, dass die Pandemie inklusive der Lockdowns dazu geführt haben, dass der Digitalisierungs-Druck auf die Unternehmen gestiegen ist. Hat man sich früher auf die wichtigsten Fachmessen verlassen können, waren während der Pandemie viele Firmen gezwungen, die Präsenz im Internet stark auszubauen, um Neukunden zu gewinnen. Die Digitalisierung hat in den letzten zweieinhalb Jahren extrem zugenommen. Zudem investieren Unternehmen verstärkt in digitales Marketing wie SEO, Google Ads & Co.

    Ein Beispiel: So groß ist der Wettbewerb für das Keyword „Immobilienmakler Zürich“

    Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an: Mit einem einfachen Trick kann der direkte SEO-Wettbewerb zu einem bestimmten Keyword geprüft werden. Hierzu verwendet man den Suchoperator intitle: und gibt das gewünschte Keyword in Anführungszeichen bei Google ein. Google wird nun alle Webseiten ausspielen, die das Keyword „Immobilienmakler Zürich“ im Title Tag der Seite integriert haben. Und wie wir alle wissen: Im Title Tag steht immer das Keyword, für das ich ranken möchte. Führt man nun den Test durch, sieht man, dass es 420 Seiten gibt, die zum Keyword „Immobilienmakler Zürich“ ranken wollen.

    SEO Beispiel

    Nachdem es aber nur zehn freie Plätze auf Seite 1 bei Google gibt, werden 410 Webseiten so gut wie keinen Traffic zu diesem Keyword erzielen können. Zehn Seiten gewinnen und 410 Seiten verlieren. So einfach und so hart ist das Spiel.

    Was ist die Blue Ocean Strategie?

    Die sogenannte Blue Ocean Strategie wurde von zwei Wissenschaftlern namens W. Chan Kim und Renée Mauborgne erfunden, die 15 Jahre lang Unternehmen untersucht haben und Folgendes feststellen konnten. Firmen, die sich in hart umkämpften Märkten – den Red Oceans – befinden, unterliegen einem starken Preisdruck und können kaum Gewinne einfahren. Zudem müssen sie hohe Marketinginvestitionen tätigen, um kleinste Marktanteile erobern zu können. Im roten Ozean ist aufgrund vieler Wettbewerber wenig zu holen. Man kämpft ums Firmenüberleben. Ein Beispiel aus der heutigen Zeit könnte der Einzelhandel und insbesondere die großen Kaufhäuer sein. Es gibt kaum eine Einkaufskette, die dem Druck problemlos Stand hält.

    Im Gegensatz zu den roten Ozeanen konnten die beiden Wissenschaftler feststellen, dass es hochprofitabel ist, wenn es ein Unternehmen schafft, dem roten Ozean zu entfliehen. Unternehmen, die es schaffen, einen neuen Markt zu finden und zu bedienen, schwimmen im blauen Ozean, in dem sie konkurrenzlos sind. Sie können Preise setzen, die Gewinne abwerfen. Dadurch können sie finanzielle Puffer aufbauen und müssen sich um Kundenakquise weniger Gedanken machen. Es gibt viele Beispiele von Unternehmen, die es in den Blue Ocean geschafft haben. Das iPhone ist wahrscheinlich das bekannteste Beispiel in der Neuzeit.

    Wie kann man die Blue Ocean Strategie auf SEO anwenden?

    Warum kann die Blue Ocean Strategie für SEO sinnvoll sein? Die Blue Ocean Strategie kann sich für Unternehmen lohnen, die einem harten Wettbewerb ausgesetzt sind und trotzdem Traffic über Google ergattern wollen. Um die Strategie einzusetzen und anzuwenden, ist allerdings ein Umdenken erforderlich. In der Regel arbeiten Suchmaschinenoptimierer mit einem der bekannten Keyword-Tools wie Ahref oder dem Google Keyword Planer und suchen nach Suchbegriffen, die zur Firma passen und Suchvolumen aufweisen. Keywords, die kein Suchvolumen haben, werden von den Marketern meist schnell vom Tisch geräumt. Dieser Ansatz wäre mit der Blue Ocean Strategie tödlich. Datenbasierte Marketer werden mit der Strategie nicht glücklich werden. Warum nicht? Weil sich die Blue Ocean Strategie nicht mit den Vergangenheitsdaten der Tools beschäftigt, sondern den Blick auf die Zukunft richtet. Und für die Zukunft gibt es keine Daten – bestenfalls Prognosen, die sowieso niemals eintreten.  Ich bin der Meinung, dass der Blick in die Zukunft im Marketing verlorengegangen ist. Echte Entrepreneure verlassen sich auf ihr Bauchgefühl und ihren Mut. Sie haben auch keine andere Wahl, da es keine Daten für die Zukunft gibt. Hätte Jeff Bezos datengetrieben gearbeitet, würde es heute kein Amazon geben. Wer mit seiner Website den blauen Ozean erreichen will, darf sich nicht mit Keyword-Daten aus der Vergangenheit beschäftigen, sondern muss den Blick auf die Nachfrage der Zukunft richten.

    1,2 Milliarden neue Suchanfragen pro Tag

    Wisst Ihr, was fast alle Suchmaschinenoptimierer vergessen, wenn sie eine Keyword-Recherche machen? Sie vergessen, dass 15 Prozent aller Suchanfragen bei Google komplett neu sind. Diese Zahl hat Google 2022 selbst veröffentlicht. Jeden Tag werden ca. acht Milliarden Suchanfragen an Google gestellt. Daraus ergeben sich 1,2 Milliarden Anfragen, die komplett neu sind. Und das jeden Tag. Diese Anfragen tauchen allerdings nicht in den Keyword-Tools auf. Das liegt daran, dass die Keyword-Tools in der Regel erst bei einem durchschnittlichen Suchvolumen von zehn Anfragen pro Monat anfangen zu zählen. Der blaue Ozean im SEO versteckt sich genau hinter den 1,2 Milliarden Suchanfragen.

    Wie findet man die richtigen Themen, um in den blauen Ozean zu kommen?

    Es gibt viele Wege, um die Blue Ocean Strategie im Unternehmen anzuwenden. Ich empfehle Euch, ein paar Bücher zum Thema „Innovation“ zu lesen. In unserer Agentur-Praxis haben sich zwei Vorgehensweisen etabliert. Zum einen versuchen wir, gesamtgesellschaftliche Entwicklungen zu identifizieren. Für einen Kunden haben wir beispielsweise eine Landingpage zum Thema „Wärmepumpen“ erstellt, noch bevor der Ukraine-Krieg und die damit einhergehenden Energie-Krise begonnen haben. Wie haben wir das erkannt? Im nachhinein ganz einfach: Wärmepumpen sind eine nachhaltigere Variante, um Gebäude zu heizen. Für unseren Kunden war es daher nur eine Frage der Zeit, bis sich dieser Markt – der blaue Ozean – öffnen wird. Dass externe Faktoren wie Krieg und Energiekrise das Ganze beschleunigt haben, konnten wir natürlich auch nicht voraussagen.

    Neben den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen spielt der direkte Kontakt mit Kunden und potentiellen Kunden eine entscheidende Rolle. Wer „draußen beim Kunden“ ist und intensive Gespräche führt, der erkennt die Probleme der Zielgruppe. Und Probleme von Menschen sind immer ein Indiz für ein Bedürfnis, das noch nicht befriedigt wurde. Ich glaube daher, dass man marktrelevante Infos schnell mitbekommt, wenn man im intensiven Kontakt zu den Kunden steht – und das geht nicht über ein Support-Team, das mit Mindestlohn abgespeist wird.

    Was mache ich, wenn ich ein zukunftsfähiges Thema gefunden habe?

    Wenn Du ein Thema gefunden hast, dass in Zukunft für Deine Nachfrager interessant sein könnte, dann gilt es zu handeln. Du suchst einen passenden Suchbegriff heraus, der am wahrscheinlichsten so in Zukunft eingebeben wird, erstellst einen Text und baust eine Landingpage dazu. Die Landingpage muss nicht so umfangreich und perfektioniert sein. Denn: Es gibt ja noch keinen Wettbewerb in diesem blauen Ozean. Du wirst also auch mit wenig Content schnell ganz vorne ranken. Und was dann? Dann heißt es: warten. Darauf warten, dass sich das Thema irgendwann öffnet und ein Markt entsteht. Und wenn es so weit ist, bist Du auf Platz eins bei Google und erhältst die meisten Klicks.

    Fazit

    Ersetzt die Blue Ocean Strategie alle Keyword-Recherchen und klassisches SEO? Nein. Aber es ist eine tolle Möglichkeit, um die Website zukunftsfähig zu gestalten und Potenziale abzuschöpfen, die in der Zukunft entstehen werden. Wenn Du Dich also in einem extrem harten SEO-Wettbewerb befindest, dann kann die Blue Ocean Strategie das Werkzeug sein, mit dem Du Deine Mitstreiter in Zukunft überholen kannst.

    Über den Autor 

    Jan Krösche ist Geschäftsführer der MADMEN Onlinemarketing GmbH – einer 32-köpfigen Agentur in Wolfratshausen bei München. Die Beratungsschwerpunkte liegen bei SEO, Content, Google Ads und Social Media für kleine und mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum.

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