Podcast-Folge 40: Onlinemarketing-News Sommer 2026

Inhaltsverzeichnis

     

    Zurück aus dem Urlaub – und mitten drin im KI-Chaos

    In dieser Episode ziehen Jens und Uwe Bilanz nach der Sommerpause: Was hat sich verändert, während sie weg waren? Sie sprechen offen über die Stolpersteine im Arbeitsalltag mit KI, über die neuen EU-Vorgaben zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und über die jüngsten Google-Updates, die die SEO-Welt gerade kräftig durchschütteln.

    Ein zentrales Thema: Wie KI die Suchergebnisse verändert – und welche neuen Baustellen dabei entstehen, etwa durch maskierte URLs. Die beiden erklären, warum Grounding-Pages für Unternehmen immer wichtiger werden, was es mit den neuen Werbemöglichkeiten auf ChatGPT auf sich hat und welche Rolle Cloudflare als Sicherheits- und Caching-Anbieter künftig spielt – besonders beim Umgang mit Bots und KI-Agenten und den Chancen, die sich daraus für Online-Werbung und Zugriffsmanagement ergeben.

     

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    Weitere Informationen

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Vereinfachtes Prompting: Moderne KI-Modelle arbeiten mittlerweile so intelligent, dass ausgedehnte Anweisungen zur Qualitätskontrolle überflüssig geworden sind und sogar zu Fehlern führen können.
    • Kennzeichnungspflichten: Der europäische AI Act greift mit klaren Regeln, betrifft jedoch vor allem Deepfakes sowie reine, ungeprüfte KI-Texte, während menschlich bearbeitete Inhalte ausgenommen bleiben.
    • Googles Update-Welle: Direkt nach einem umfassenden Spam-Update startete Ende August ein neues Core-Update, das unvollständige Belege, mangelnde Originalität und unklaren Suchfokus rigoros abstraft.
    • Eingeschränkte SEO-Daten: Durch verschlüsselte Weiterleitungs-Links erschwert Google automatisierten Bots das systematische Auslesen von Inhalten, was Analyse-Tools vor technische Hürden stellt.
    • Vorsicht bei Cloudflare: Ab Mitte September blockiert der Sicherheitsdienst standardmäßig KI-Bots – wer weiterhin in KI-Suchergebnissen auftauchen möchte, muss hier aktiv eingreifen.

     

    Wie verändern sich die KI-Modelle und wie promptet man heute richtig?

    Das Prompting hat sich stark vereinfacht. Früher mussten Prompts sehr detailliert sein und Rollenvorgaben oder explizite Kontrollschritte enthalten.

    Heute ist dieser administrative Überbau oft überflüssig und führt bei doppelter Ausführung zu unnötigem Token-Verbrauch oder Halluzinationen, da moderne Modelle Kontrollen selbstständig ausführen.

    Entscheidend bleibt die Datenqualität. Unvollständige Berichte oder fehlerhafte Crawls verhindern valide Ergebnisse, weshalb fehlerfreie Quelldaten im Fokus stehen. In ChatGPT erlauben neue Schieberegler zudem, die Bearbeitungstiefe von schnellen bis hin zu tiefgehenden Prüfungen flexibel zu regeln.

     

    Was verlangt der neue EU AI Act bei der Kennzeichnung von Inhalten?

    Artikel 50 des europäischen AI Acts regelt die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Trotz anfänglicher Verunsicherung erweisen sich die Regeln als praxistauglich. Die Kennzeichnungspflicht betrifft vor allem fotorealistische Personenabbildungen, bei denen Verwechslungsgefahr besteht. Offensichtlich fiktive Kreationen sind anders reguliert.

    Ausgenommen ist die Nutzung der KI als reines Werkzeug, etwa beim Freistellen von Bildern oder Korrekturlesen von E-Mails. Hier bleibt die KI ein bloßes Hilfsmittel.

    Kennzeichnungspflichten entfallen, sobald ein menschlicher Redakteur in den Erstellungsprozess eingreift, Formulierungen anpasst oder Textstrukturen umschreibt. Lediglich vollständig autonom generierte Texte müssen zwingend gekennzeichnet werden. Zudem gilt eine wichtige Frist: Sämtliche vor August des aktuellen Jahres erstellte Inhalte sind rückwirkend von der Regelung ausgenommen.

    Zur Kennzeichnung und Absicherung arbeiten Plattformen verstärkt mit visuellen Wasserzeichen oder digitalen Text-Fingerabdrücken, die Schreibmuster analysieren. Dies soll vor allem vor Deepfakes schützen.

     

    Welche Neuerungen bringen die aktuellen Google-Updates für Webseitenbetreiber?

    Googles Updates folgen mittlerweile einem quartalsweisen Rhythmus. Ende August startete ein neues Core-Update, direkt nach einem vorbereitenden Spam-Update.

    Dieses Update straft dünne Evidenz, mangelnde Originalität und unklaren Suchfokus ab. Qualität nach den E-E-A-T-Richtlinien steht im Fokus.

    Gleichzeitig weicht der Suchschlitz intelligenten Suchfeldern, die bei 80 bis 90 Prozent der nicht-lokalen Anfragen direkte KI-Antworten liefern. Google schützt diese Ergebnisse technisch: Nach der Sperrung standardisierter Abfragen über das „Num100-Gate“ Ende des Vorjahres folgt nun die URL-Maskierung.

    Durch kryptische Weiterleitungs-Links mit langen Hashes erschwert Google das automatisierte Auslesen seines Suchindex durch KI-Crawler, die mangels eigener Datenbanken auf Googles Live-Daten angewiesen sind. Dies erhöht die Betriebskosten von SEO-Analysewerkzeugen deutlich.

     

    Wie lässt sich die eigene Sichtbarkeit in KI-Suchergebnissen messen und steuern?

    Bing zeigt in seinen Webmaster-Tools bereits KI-Verweise und den Anteil der eigenen Inhalte an KI-Antworten. Google zieht in der Search Console mit einem Beta-Bericht nach, der Impressionen und URLs, aber noch keine Klicks oder Suchanfragen abbildet.

    Über reguläre Ausdrücke lassen sich gezielte W-Fragen herausfiltern, die das typische KI-Suchverhalten von Nutzern im in der KI-Suche offenlegen.

    Ein neu eingeführter Opt-Out-Schalter in der Search Console erlaubt es Betreibern zudem, die Nutzung ihrer Daten für KI-Antworten komplett zu blockieren. Wer sich jedoch für diesen Weg entscheidet, verliert augenblicklich eine enorme Sichtbarkeit im Netz, da der Großteil der regulären Suchanfragen über KI-Overviews abgewickelt wird.

    Zusätzlich weitet Google seine Messinstrumente auf soziale Netzwerke aus. Mithilfe sogenannter „Platform Properties“ können Unternehmen ihre Kanäle auf YouTube, Instagram, TikTok oder X direkt mit der Search Console verknüpfen. Google benötigt diese manuelle Verbindung, da es anonyme Social-Media-Links ohne direkte Authentifizierung des Besitzers nicht automatisch zuordnen kann. Nach der Verknüpfung erhalten Betreiber den klassischen Leistungsbericht mit Impressionen und Klicks für ihre Social-Media-Inhalte direkt innerhalb der Google-Suche.

     

    RegEx Patterns

    • W-Fragen: ^(warum|wie|weshalb|wo|wer|wie|was|wann|welche|wieviel|will|haben|möchte|kann|bin|bist|seid|ist|wäre|sollte)\b
    • Lange Sucheingaben: ^(?:\S+\s+){9,}\S+$

     

    KI und Online-Marketing Update Sommer 2026
    Grafik wurde mit KI erstellt

    Warum gewinnen Grounding Pages gegenüber herkömmlichen Konzepten an Bedeutung?

    Während einige KI-Agenten auf Dateien wie llms.txt zugreifen, ignoriert Google diesen Standard komplett, weshalb er für die Suchmaschinenoptimierung zweitrangig bleibt.

    Als weitaus effektiver erweisen sich sogenannte Grounding Pages. Das von Hanns Kronenberg entwickelte Konzept zielt darauf ab, künstlichen Intelligenzen eine unmissverständliche und strukturierte Faktenbasis über ein Unternehmen bereitzustellen. Im Gegensatz zu klassischen Marketing-Seiten, die oft mit emotionalen Übertreibungen arbeiten, zeichnen sich Grounding Pages durch eine extrem nüchterne, sachliche Darstellungsweise aus.

    Praxisdaten und konkrete Reports belegen bereits eindrucksvoll, dass diese Seiten von Suchmaschinen-Bots intensiv ausgelesen werden und die Entität einer Marke im digitalen Wissensgraphen nachhaltig stärken. Für Webseitenbetreiber gilt hier die klare Empfehlung, eine oder mehrere solcher Seiten aufzubauen und sich strikt an strukturierte Daten zu halten, statt verkäuferisches Marketing-Rauschen zu verbreiten.

     

    Lohnt sich bezahlte Werbung auf ChatGPT bereits für Unternehmen?

    Ein Paukenschlag für Werbetreibende war die Nachricht, dass seit Ende August auch in Deutschland Werbeanzeigen auf ChatGPT geschaltet werden können. Die Ernüchterung folgt jedoch schnell beim Blick auf die Preisgestaltung, denn die Kosten bewegen sich in Regionen, die selbst das LinkedIn-Netzwerk übertreffen.

    Werbetreibende zahlen geschätzte 25 bis 60 Dollar für tausend Impressionen (CPM) oder mindestens 5 Dollar pro Klick (CPC). Hinzu kommt eine enorme Einstiegsbarriere von mindestens 50.000 Dollar Mindestbudget sowie der Zwang, über exklusive Partneragenturen wie Publicis oder Dentsu zu buchen. Neben CPM und CPC wird auch über ein zukunftsweisendes „Cost per Action“ (CPA) Modell nachgedacht, das Käufe oder Registrierungen direkt über Bezahldienstleister wie Stripe oder Shop-Systeme wie Shopify erfasst, was derzeit jedoch noch Zukunftsmusik ist.

    Zusätzlich ist die Reichweite stark eingeschränkt: Die dezenten, bebilderte Kacheln werden ausschließlich Nutzern der kostenlosen ChatGPT-Version angezeigt. Wer ein Premium-Abo besitzt oder als minderjährig erkannt wird, bleibt komplett werbefrei. Eine erste kleine Studie im B2B-Bereich verzeichnete unter diesen Bedingungen sogar keinen einzigen Klick, weshalb sich das Format vorerst nur für B2C-Anbieter eignen dürfte.

     

    Warum müssen Cloudflare-Nutzer bis Mitte September dringend aktiv werden?

    Am 15. September ändert der weit verbreitete Sicherheitsdienst Cloudflare seine standardmäßigen Einstellungen für KI-Bots fundamental – ab Mitte September greift eine neue Standardeinstellung. In dieser werden sogenannte Trainings-Bots, welche das Web zur Verbesserung zukünftiger KI-Modelle durchscannen, per se blockiert. Das eigentliche Problem liegt jedoch bei den Echtzeit-Such-Agenten, die für Live-Suchen in Systemen wie ChatGPT oder Perplexity aktiv werden. Da auch diese im Standard blockiert werden, droht unweigerlich ein sofortiger Ausschluss aus den KI-Suchergebnissen. Webseitenbetreiber, die weiterhin als Informationsquellen in den Live-Antworten auftauchen möchten, müssen ihre Konfiguration vor diesem Stichtag aktiv anpassen.

     

    Fazit – KI-Innovationen und Google-Updates Sommer 2026

    Die rasante KI-Integration setzt klassische SEO-Spielregeln außer Kraft. Erfolg erfordert die aktive Mitgestaltung der neuen Rahmenbedingungen von Google, Cloudflare und KI-Anbietern. Strukturierte Grounding Pages und eine gezielte Bot-Steuerung bilden das neue Fundament digitaler Präsenz, um Daten zu schützen und gleichzeitig maximale Sichtbarkeit in KI-Suchräumen zu erzielen.

    Am Ende gewinnt, wer den Spagat zwischen technologischem Schutz der eigenen Daten und maximaler Präsenz in den neuen, intelligenten Suchräumen am elegantesten meistert.

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    Über den Autor


    Jens Mönning ist ein Experte im Bereich Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO & GEO) und arbeitet seit 2022 als SEO-Manager bei der MADMEN Onlinemarketing GmbH. Er beschäftigt sich seit 1999 mit Suchmaschinenoptimierung und Onlinemarketing und betreut Kunden aus ganz Deutschland im Bereich SEO und GEO.

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