Podcast-Folge 35: Google Update Mai 2026

Inhaltsverzeichnis

     

    Google Update Mai 2026 & weniger Klicks aus KI-Antworten

    Das Google Update im Mai 2026 hat die digitale Landschaft erneut grundlegend durchgeschüttelt und hinterlässt bei vielen Webseitenbetreibern ein Gefühl der Unsicherheit. Während sich der Staub nach den turbulenten Tagen des Updates langsam legt, wird deutlich, dass Google die Spielregeln für Sichtbarkeit und organische Klicks erneut verändert hat.

     

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Verschiebung hin zu Transaktionen: Webseiten mit einem klaren transaktionalen Fokus sind die Gewinner des Updates, während reine Informationsseiten zunehmend unter Druck geraten.
    • Hohe Volatilität: Das Update zeigte extreme Schwankungen in den Rankings, was eine geduldige Haltung bei der Analyse der Daten über mindestens sieben bis zehn Tage nach Abschluss erforderlich macht.
    • Vormarsch der Zero-Click-Searches: In den USA enden bereits über 68 % der Suchanfragen ohne einen Klick auf eine externe Webseite, da Google die Antworten direkt in der Suche liefert.
    • KI-Fehlinformationen als Risiko: Trotz technologischer Fortschritte weisen KI-generierte Antworten weiterhin eine Fehlerquote von etwa 10 % auf, was rechtliche und qualitative Risiken birgt.
    • Zukunftstrend Agentic Commerce: Google bereitet den Weg für ein KI-gestütztes Einkaufen, bei dem Transaktionen direkt über die Suchoberfläche abgewickelt werden könnten.

     

    Wann wurde das Update durchgeführt und wie war der Verlauf?

    Das aktuelle Google-Update startete offiziell am 12. Mai 2026 und wurde nach einer intensiven Phase am 2. Juni abgeschlossen. Typisch für solche großen Core-Updates war auch diesmal eine enorme Volatilität in den Suchergebnissen zu beobachten. In den ersten Tagen nach dem Start zeigten sich teils katastrophale Einbrüche in den Sichtbarkeitsindizes von Domains, die sich jedoch bei einigen Themen kurz nach dem offiziellen Ende des Updates wieder ins Positive drehten.

    Es hat sich erneut gezeigt, dass hektischer Aktionismus während der laufenden Ausrollung kontraproduktiv ist. Wir raten immer dazu, nach der offiziellen Bestätigung durch Google mindestens sieben bis zehn Tage abzuwarten, bevor eine fundierte Bewertung der eigenen Positionen vorgenommen wird. Erst nach dieser Zeitspanne lässt sich verlässlich sagen, ob die vorgenommenen SEO-Strategien der Vergangenheit gefruchtet haben oder ob eine Neuausrichtung zwingend erforderlich ist.

     

    Warum leiden reine Informationsseiten unter den neuen Algorithmen?

    Eine der markantesten Beobachtungen dieses Updates ist die Benachteiligung von Inhalten mit rein informationalem Such-Intent. Ratgeberseiten und klassische E-E-A-T-Inhalte (Expertise, Experience, Authoritativeness, Trustworthiness) verlieren massiv an Sichtbarkeit, wenn sie dem Nutzer außer der reinen Information keinen weiteren Mehrwert bieten. Dieser Mehrwert wird von Google zunehmend als die Möglichkeit definiert, direkt eine Handlung auszuführen – sei es ein Download, eine konkrete Anfrage oder der Kauf eines Produkts.

    Seiten, die lediglich allgemeines Wissen kuratieren oder Informationen von anderen Quellen zusammenstellen, geraten in die Missgunst des Algorithmus. Dies betrifft insbesondere auch Affiliate-Seiten, die Nutzer lediglich über Vergleichsrechner an Partner weiterleiten, ohne eigenen, substanziellen Inhalt zu bieten. Im Gegensatz dazu haben Ratgeberseiten, die auf echten eigenen Erfahrungen, Werten und einer individuellen Vorgehensweise basieren, weiterhin die Chance, in den Suchergebnissen stabil zu bleiben. Es geht also weg vom reinen „Zusammenklauben“ von Fakten hin zu originären Inhalten.

    Google Update Mai 2026 - Weniger klicks durch KI-Antworten - Die Onlinemarketing Debatte

    Welche Rolle spielen Marken und Plattformen wie Reddit?

    Interessanterweise hat das Update selbst vor großen, etablierten Marken nicht haltgemacht. Ein prominentes Beispiel ist die Domain Nivea.de. Obwohl die Marke eine starke Entität darstellt, verlor ihre „Lifestyle-Welt“ erheblich an Sichtbarkeit. Solche Inhalte, die zwar eigenständig und hochwertig sind, aber primär der Markenbildung dienen und keine direkten Abverkäufe auf der eigenen Seite generieren, hatten diesmal das Nachsehen. Es scheint, als würde Google solche Lifestyle-Themen eher in sozialen Netzwerken verorten, wo die Interaktion mit der Zielgruppe natürlicher stattfindet.

    Eine weitere Überraschung war der Sichtbarkeitsverlust von Reddit. Nachdem die Plattform in den letzten Monaten in den deutschen Suchergebnissen extrem präsent war, wurde sie nun offensichtlich zurückgestuft. Dies könnte eine Reaktion auf die teils mangelhafte Qualität der dortigen nutzergenerierten Inhalte sein, die nicht immer den „Helpful Content“-Kriterien entsprechen. Auch kartellrechtliche Überlegungen könnten eine Rolle spielen, um den Vorwurf der Bevorzugung von Partnern zu entkräften. Dennoch bleibt Reddit als Quelle für das Training von KI-Modellen weiterhin von strategischer Bedeutung.

     

    Ist der Sichtbarkeitsindex noch ein zeitgemäßer Pulsmesser?

    Der Sichtbarkeitsindex bleibt ein wichtiges Werkzeug für die SEO-Arbeit, doch seine Aussagekraft muss differenziert betrachtet werden. Da der Index stark von Keywords mit hohem Suchvolumen beeinflusst wird, kann ein hohes Ranking für einen generischen Begriff den Wert künstlich aufblähen, ohne dass daraus zwangsläufig Conversions resultieren. Ein Ranking für ein spezifisches Longtail-Keyword bringt zwar weniger Sichtbarkeitspunkte, ist aber oft viel wertvoller, da es exakt das Bedürfnis eines kaufbereiten Nutzers trifft.

    Dennoch fungiert der Index als wertvoller Vergleichsmaßstab zum Wettbewerb. Wenn Konkurrenten in derselben Sparte plötzlich massive Sprünge nach oben machen, ist dies ein klares Signal, deren Strategien genau zu analysieren und gegebenenfalls eigene Learnings daraus zu adaptieren.

     

    Wie verändert die KI das Klickverhalten der Nutzer?

    Die Einführung der AI Overviews (KI-Zusammenfassungen) hat drastische Auswirkungen auf die Klickraten. Aktuelle Studien aus den USA zeigen, dass mittlerweile 68,01 % der Suchanfragen als „Zero-Click“ enden. Das bedeutet, zwei Drittel aller Nutzer erhalten ihre Antwort direkt auf der Google-Oberfläche und verlassen das Ökosystem nicht mehr. Google animiert die Nutzer aktiv dazu, innerhalb der KI-Welt zu bleiben und weiterführende Fragen an die KI zu stellen, statt eine externe Webseite zu besuchen.

    Für Webseitenbetreiber bedeutet dies eine grundlegende Verschiebung der Zielgruppe: Die Nutzer, die heute noch den Weg auf eine externe Seite finden, sind „educated“. Sie haben sich bereits durch die KI vorinformiert und kommen mit einer viel höheren Conversion-Absicht. Die Quantität des Traffics sinkt zwar, aber die Qualität und die Conversion-Wahrscheinlichkeit der verbleibenden Besucher steigen. Umso wichtiger wird es, die Nutzer auf der eigenen Seite durch eine optimierte Führung (Conversion-Optimierung) zu halten und ihnen weitere Mehrwerte anzubieten, um die Verweildauer und die Interaktion zu erhöhen.Der Google Zero-Click-Trend 2026 - Die Onlinemarketing Debatte

    Was bedeutet „Agentic Commerce“ für die Zukunft des E-Commerce?

    Ein Blick in die nahe Zukunft zeigt, dass Google die Suche zu einer „Intelligent Search Box“ umbaut. Ein zentrales Konzept ist hierbei der Agentic Commerce oder das agentische Einkaufen. Hierbei agiert die KI als persönlicher Assistent, der Produkte nicht nur sucht, sondern den gesamten Kaufprozess direkt in der KI-Antwort abwickelt. Partnerschaften mit Plattformen wie Shopify und Stripe in den USA deuten darauf hin, dass Google in Zukunft verstärkt an Transaktionen mitverdienen könnte, etwa durch Provisionsmodelle.

    Dies könnte erklären, warum transaktionale Seiten im aktuellen Update so stark bevorzugt wurden. Es wirkt wie ein „Vorglühen“ der Algorithmen für eine Welt, in der die organische Suche und der direkte Abverkauf über KI-Modelle verschmelzen. Webseiten, die heute schon ihren Fokus auf den direkten Abverkauf und eine nahtlose Nutzererfahrung legen, positionieren sich somit optimal für die kommende Ära des agentischen Handels.

     

    Wie steht es um die Verlässlichkeit der KI-Antworten?

    Trotz des rasanten Fortschritts ist die Fehleranfälligkeit der KI-Systeme ein kritisches Thema. Schätzungen zufolge sind etwa 10 % der KI-Antworten falsch. Bei Millionen von Suchanfragen pro Stunde führt dies zu einer massiven Verbreitung von Fehlinformationen. Dies hat bereits zu rechtlichen Auseinandersetzungen geführt, etwa in Fällen von Rufschädigung durch falsche Tatsachenbehauptungen in den Suchergebnissen.

    Ein weiteres Problem ist die Manipulation von Trends. Da KI-Agenten automatisiert nach bestimmten Begriffen suchen, können die Google Trends verwässert werden und ein falsches Bild des tatsächlichen Nutzerinteresses widerspiegeln. Für Nutzer und SEO-Verantwortliche gilt daher mehr denn je: Das Gehirn darf nicht ausgeschaltet werden. Medienkompetenz und die kritische Überprüfung der Fakten sind essenziell, da KI-Modelle Informationen oft ungefiltert aus Quellen übernehmen, die selbst Fehlinformationen streuen könnten.

     

    Fazit – Google Update Mai 2026 & weniger Klicks aus KI-Antworten

    Das Google Update vom Mai 2026 markiert einen Wendepunkt weg von der reinen Informationsvermittlung hin zu einer transaktionsorientierten Suchmaschine. Während reine Ratgeberformate ohne direkten Handlungsweg an Boden verlieren, eröffnen sich für E-Commerce-Treibende und Anbieter von echtem Expertenwissen neue Chancen. Die Herausforderung der Zukunft wird es sein, in einer Welt von Zero-Click-Searches durch höchste Inhaltsqualität und gezielte Conversion-Optimierung den verbleibenden, aber wertvolleren Traffic effektiv zu nutzen.

    Wer seine Nutzer versteht und sie sicher durch sein „eigenes Universum“ führt, wird auch in der Ära des Agentic Commerce bestehen können.

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    Über den Autor


    Jens Mönning ist ein Experte im Bereich Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO & GEO) und arbeitet seit 2022 als SEO-Manager bei der MADMEN Onlinemarketing GmbH. Er beschäftigt sich seit 1999 mit Suchmaschinenoptimierung und Onlinemarketing und betreut Kunden aus ganz Deutschland im Bereich SEO und GEO.

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