Podcast-Folge 46: Multimodale Suche – Neue Daten in der GSC

Inhaltsverzeichnis

     

    Neuer Filter für Daten aus der Multimodalen Suche in der Google Search Console

    Multimodale Suche in der Google Search Console und Handlungsempfehlungen für SEO
    Die visuelle Suche hat sich von einer Spielerei zu einem handfesten Kanal im Online-Marketing entwickelt, da immer mehr Nutzer Informationen direkt über ihre Smartphone-Kamera oder mobile (Such-)Apps beziehen. Mit der Integration eigener Leistungsdaten für die multimodale Suche in der Google Search Console bietet Google erstmals direkte Einblicke in dieses Nutzerverhalten. Wer die neuen Metriken richtig zu deuten weiß, kann entsprechend Potenziale für Bildinhalte und visuelles SEO frühzeitig erkennen und passende Optimierungen vornehmen.

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Neuer Filter in der Search Console: Google weist seit September erstmals eigenständige Leistungsdaten für die multimodale Suche aus.
    • Keine Keyword-Analyse möglich: Da die Suche über hochgeladene oder abfotografierte Bilder erfolgt, fehlen klassische Suchbegriffe; die Analyse basiert primär auf den aufgerufenen Ziel-URLs.
    • Starke Branchenunterschiede: Während B2B-Bereiche kaum visuelle Suchanfragen verzeichnen, weisen Branchen wie der Luxusuhren-Handel, die Zahnmedizin, E-Commerce und der Tourismus hohe Nutzungsraten auf.
    • Kein Datenverlust bei der Textsuche: Laut Google handelt es sich um völlig neue Datenpunkte, die bisher unberücksichtigt blieben und nicht von regulären Textsuchanfragen abgezogen wurden.
    • Qualität und Kontext entscheiden: Für die Platzierung in visuellen Suchergebnissen sind präzise Alt-Texte, sprechende Dateinamen, inhaltlicher Kontext und klare Motive maßgeblich

     

    Was verbirgt sich genau hinter der multimodalen Suche?

    Unter dem Begriff der multimodalen Suche versteht man Suchvorgänge, bei denen Nutzer unterschiedliche Eingabeformen kombinieren oder rein visuelle Medien zur Recherche nutzen. In der Praxis fotografieren Menschen unterwegs Gegenstände mit dem Smartphone, laden bestehende Fotos hoch oder kreisen Elemente auf ihrem Bildschirm ein, um über Funktionen wie Google Lens sofort passende Produktseiten, Informationen oder Dienstleistungen aufzurufen.

    Über lange Zeit hinweg blieb dieser Traffic im Verborgenen. Viele Experten vermuteten zwar, dass visuelle Suchanfragen in den allgemeinen Kennzahlen enthalten waren, doch Google hat klargestellt, dass diese Datenpunkte bisher überhaupt nicht in der Google Search Console abgebildet wurden. Die Neuerung schließt somit eine essenzielle Lücke in der Performance-Analyse und macht sichtbar, wie oft Webseiten über visuelle Kamera-Interaktionen gefunden und aufgerufen werden.

    Besonders getrieben wird diese Entwicklung durch moderne Smartphone-Betriebssysteme, bei denen Kamera- und Suchfunktionen tief im System verankert sind. Es ist davon auszugehen, dass sich das Nutzerverhalten mit der stetigen Weiterentwicklung mobiler Kamerasysteme noch weiter von der rein textbasierten Eingabe entfernen wird.

     

    Welchen Einfluss haben aktuelle Google-Updates auf die Suchergebnisse?

    Die Einführung der neuen Daten fällt in eine Phase intensiver Bewegung in den Suchergebnissen. Neben regelmäßigen Spam-Updates geht Google verstärkt gegen minderwertige, automatisiert erstellte Inhalte – sogenannte AI-Slop-Texte – vor, die ausschließlich zur Manipulation der Rankings erstellt werden. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf dem Nachweis von echter Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (E-E-A-T). Webseiten, die erfundene Autorenprofile mit synthetischen KI-Generaten nutzen, um Expertise vorzutäuschen, geraten zunehmend unter Druck.

    Multimodale Suche in der GSC und Google-Updates Q4 2026
    Grafik mit KI-Unterstützung erstellt

     

    Welche Leistungsdaten stellt die Google Search Console für multimodale Suchen bereit?

    Wer im Leistungsbericht der Google Search Console auf die Daten der multimodalen Suche zugreift, findet auf den ersten Blick die gewohnten Kennzahlen vor: Impressionen, Klicks, die Click-Through-Rate (CTR) sowie die durchschnittliche Position.

    Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Detailansicht: Es gibt keine Keyword-Liste. Da der Suchimpuls von einem abfotografierten Motiv oder einem Bildausschnitt ausgeht, existiert keine geschriebene Suchanfrage, die Google im Bericht ausweisen könnte.

    Analyse und Auswertung müssen daher über die angezeigten Ziel-URLs erfolgen:

    1. Identifikation der Einstiegsseiten: SEO-Verantwortliche prüfen, welche konkreten Unterseiten oder Produkt-URLs Klicks und Impressionen über die multimodale Suche generieren.
    2. Rückschluss auf die Suchintention: Aus der Art der aufgerufenen Seite lässt sich ableiten, wonach die Nutzer visuell gesucht haben.

     

    Warum unterscheiden sich die Zahlen je nach Branche und Markt so stark?

    Die Auswertung erster Datensätze zeigt eklatante Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen und Zielgruppen. Im klassischen B2B-Sektor tendieren die Zahlen zur multimodalen Suche derzeit gegen null. Hier dominieren nach wie vor gezielte Textanfragen, Fachbegriffe und komplexe Spezifikationen, die selten über ein einfaches Foto abgefragt werden.

    Völlig anders stellt sich die Lage in optisch geprägten Themenfeldern dar:

    • Luxusgüter und Sammlerobjekte: Beim Verkauf von historischen Uhren oder Antiquitäten greifen sowohl Endkunden als auch Händler im Laden zum Smartphone, um Modelle spontan abzufotografieren und Marktpreise zu vergleichen.
    • Tourismus und Hotellerie: Reisende fotografieren Sehenswürdigkeiten, Bergmassive oder Gebäude, um Informationen zur Umgebung, historischen Fakten oder nahegelegenen Hotels und Restaurants zu erhalten.
    • E-Commerce und Einrichtung: Möbel, Bekleidung oder Deko-Artikeln werden häufig direkt aus dem Alltag heraus abfotografiert, um identische oder ähnliche Produkte im Online-Handel zu finden.

    Zudem zeigen sich spürbare regionale Unterschiede. Während im deutschen Sprachraum der Anteil multimodaler Suchen im Verhältnis zur klassischen Textsuche noch moderat ausfällt, weisen internationale .com-Domains bei vergleichbarem Sortiment oft ein extrem hohes Aufkommen visueller Anfragen auf. Dies deutet darauf hin, dass die Gewohnheit, visuell zu suchen, in anderen Märkten bereits stärker im Alltag verankert ist oder entsprechende Kamera-Features früher breit genutzt wurden.

     

    Wie lassen sich Inhalte gezielt für die multimodale Suche optimieren?

    Um von der steigenden Nutzung visueller Suchverfahren zu profitieren, reicht es nicht mehr aus, Seiten nur für Text-Keywords zu optimieren. Suchmaschinen und KI-Modelle sind heute problemlos in der Lage, Bildelemente eigenständig zu analysieren und semantisch zu erfassen. Dennoch benötigt der Algorithmus klare Signale, um Bildelemente den richtigen Seiten zuzuordnen.

    Folgende Maßnahmen unterstützen die Optimierung für visuelle Suchsysteme:

    • Kontextuelle Einbettung: Bilder dürfen nicht bloß als dekoratives Füllmaterial dienen, sondern müssen in direktem Bezug zum umgebenden Text stehen.
    • Saubere Bild-Metadaten: Die Verwendung präziser Alt-Texte, aussagekräftiger Dateinamen und klar strukturierter Daten hilft den Systemen, das Motiv exakt einzuordnen.
    • Eigene Visuelle Audits: Produktverantwortliche sollten ihre eigenen Produkte mit Google Lens abfotografieren, einkreisen und prüfen, ob die eigenen Zielseiten in den visuellen Treffern erscheinen.
    • Inhaltliche Ergänzung durch FAQs: Wenn visuelle Anfragen auf Zielseiten landen, sollten dort direkt passende Antworten auf typische Nutzerfragen (z. B. zu Material, Kompatibilität oder Pflege) bereitstehen.

    Wer seine Bildmedien systematisch pflegt und mit relevantem Kontext anreichert, legt das Fundament dafür, in der multimodalen Suche dauerhaft gute Positionen zu belegen.

     

    Fazit – Multimodale Suche, neue Daten in der GSC

    Die Bereitstellung multimodaler Leistungsdaten in der Google Search Console stellt einen wichtigen Schritt für die Analyse des modernen Nutzerverhaltens dar. Da visuelle Suchanfragen vollwertige zusätzliche Datenpunkte liefern, eröffnen sich für Unternehmen neue Möglichkeiten, zielgerichteten Traffic über Fotos und Kamera-Applikationen zu gewinnen.

    Eine durchdachte Optimierung von Bildmaterial, technischer Struktur und inhaltlichem Kontext wird künftig zu einem unverzichtbaren Baustein jeder ganzheitlichen SEO-Strategie.

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    Über den Autor


    Jens Mönning ist ein Experte im Bereich Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO & GEO) und arbeitet seit 2022 als SEO-Manager bei der MADMEN Onlinemarketing GmbH. Er beschäftigt sich seit 1999 mit Suchmaschinenoptimierung und Onlinemarketing und betreut Kunden aus ganz Deutschland im Bereich SEO und GEO.

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