20 Milliarden monatliche Suchen in Google Lens rechtfertigen die Optimierung der Bilder für die Google Suche
In einer Welt, in der das Smartphone zum ständigen Begleiter geworden ist, verändert sich die Art und Weise, wie wir Informationen suchen, grundlegend: Weg von der bloßen Texteingabe, hin zur visuellen Erfassung unserer Umgebung. Google Lens ermöglicht es Nutzern, die Welt durch ihre Kamera zu entdecken, Produkte sofort zu identifizieren und direkt Kaufentscheidungen zu treffen, was für Unternehmen völlig neue SEO-Herausforderungen und Chancen eröffnet.
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Das Wichtigste in Kürze
- Massives Suchvolumen: Mit weltweit rund 20 Milliarden Suchanfragen pro Monat (davon ca. 250–300 Millionen in Deutschland) ist Google Lens ein mächtiger Kanal für den E-Commerce.
- Qualität vor Quantität: Bilder müssen aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen werden und einen neutralen Hintergrund haben, damit die KI das Produkt präzise freistellen und erkennen kann.
- Technische Performance: Moderne Formate wie WebP oder AVIF sowie eine starke Komprimierung (z. B. durch Tools wie Squoosh) sind entscheidend für die Ladegeschwindigkeit und das Ranking.
- Kontext und Metadaten: Aussagekräftige Alt-Attribute, strukturierte Daten (Schema.org) und ein relevanter textlicher Kontext auf der Seite helfen Google, die Relevanz des Bildes einzuordnen.
- Mobile First & Barrierefreiheit: Die Optimierung für mobile Endgeräte und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur Barrierefreiheit (Alt-Texte) sind heute keine Option mehr, sondern Pflicht.
Was ist Google Lens und warum verändert es unser Suchverhalten?
Die klassische Suche begann früher fast immer mit einer Texteingabe in eine Suchmaske. Doch auf mobilen Geräten kann das Tippen oft mühsam oder unpraktisch sein. Hier setzt Google Lens an: Die Technologie nutzt die Kamera des Smartphones, um Objekte in der realen Welt zu erfassen und sofort Informationen dazu zu liefern. Ob es darum geht, die Marke eines vorbeifahrenden Laubbläsers zu identifizieren, eine unbekannte Blume im Garten zu bestimmen oder ein schönes Einrichtungsstück in einem Café zu finden – Google Lens liefert die passenden Suchergebnisse in Echtzeit.
Besonders stark wird die visuelle Suche in den Bereichen Mode, Kosmetik und Wohnaccessoires genutzt. Nutzer sehen etwas, das ihnen gefällt, fotografieren es und erhalten sofort Kaufangebote. Dabei geht es nicht nur um das Foto eines ganzen Objekts; Google Lens erlaubt es sogar, innerhalb eines Bildes bestimmte Bereiche einzukreisen, um gezielt nach Einzelteilen zu suchen, wie etwa einem speziellen Kühlschrank in einer kompletten Küche oder einem Ersatzteil für ein Fahrrad. Angesichts von Milliarden monatlicher Suchanfragen wird deutlich, dass Unternehmen ihre Bildinhalte gezielt für diese visuelle Erkennung optimieren müssen, um in diesem transaktionalen Umfeld sichtbar zu bleiben.
Wie bereitet man Bilder für die Erkennung durch die KI optimal vor?
Damit eine KI wie die von Google ein Produkt auf einem Foto zweifelsfrei identifizieren kann, spielt die visuelle Aufbereitung eine zentrale Rolle. Ein entscheidender Faktor ist der transaktionale Such-Intent: Nutzer, die Google Lens verwenden, wollen das Produkt oft im Detail sehen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Daher ist es ratsam, Produkte von möglichst vielen Seiten zu fotografieren, sie gut auszuleuchten und einen Hintergrund zu wählen, der nicht vom eigentlichen Objekt ablenkt.
Ein neutraler, einfarbiger Hintergrund ist für KIs von großem Vorteil, da sie das Produkt so leichter vom Rest des Bildes separieren und als Fokus der Suchanfrage erkennen können. Während für die reine Bildersuche ein isoliertes Produktbild ideal ist, funktionieren auf der eigenen Webseite oft Bilder besser, die das Produkt in einer „Themenwelt“ zeigen – ähnlich wie die Wohnwelten bei Möbelhäusern. Dies bietet dem Nutzer einen besseren Kontext, während die KI dennoch in der Lage ist, durch Einkreisen das spezifische Objekt zu finden. Hohe Qualität bedeutet in diesem Zusammenhang übrigens nicht extrem hohe Auflösung, sondern eine klare Erkennbarkeit der Details, ohne dass das Bild die Ladezeit der Webseite sprengt.
Welche technischen Hürden müssen bei Bildformaten und Dateigrößen überwunden werden?
Ein häufiger Fehler im Bereich SEO ist das Hochladen von riesigen Bilddateien direkt aus der Kamera. Es ist keine Seltenheit, dass Bilder mit 5 MB in Webshops landen, was die Performance massiv beeinträchtigt. Für die Darstellung im Web reicht in der Regel eine Breite von maximal 1024 Pixeln völlig aus. Noch wichtiger als die Abmessungen ist jedoch das Dateiformat. Das altehrwürdige JPEG ist zwar ein „Evergreen“, doch moderne Formate wie WebP (von Google entwickelt) oder das noch effizientere AVIF bieten eine deutlich bessere Komprimierung bei gleichbleibender Qualität.
Andere Formate wie PNG oder GIF gelten für Fotos heute als veraltet. PNG sollte allenfalls noch für einfache Logos verwendet werden, wobei hier SVG (Vektorgrafiken) die überlegene Wahl ist, da sie verlustfrei skalierbar sind. Um Bilder webfertig zu machen, bieten sich Tools wie Squoosh.app an. Damit lassen sich Bilder per Drag-and-Drop komprimieren und in Formate wie WebP umwandeln, wobei man in einer Live-Vorschau genau prüfen kann, ab wann die Qualität unter der Kompression leidet. Wer viele Bilder gleichzeitig bearbeiten muss, sollte auf Stapelverarbeitungstools setzen oder Plugins nutzen, die Bilder im Shopsystem automatisch umwandeln.
Warum sind Alt-Attribute und der Kontext bei Bildern wichtiger als der Dateiname?
Lange Zeit galt der Dateiname (z. B. rote-handtasche-chanel.webp) als einer der wichtigsten Rankingfaktoren für Bilder. Heute ist der Dateiname zwar immer noch ein Signal für die Benutzerfreundlichkeit, für Google selbst jedoch nur noch ein eher schwaches Signal. Viel entscheidender sind das Alt-Attribut und der umgebende Kontext des Bildes.
Das Alt-Attribut erfüllt zwei wesentliche Aufgaben: Erstens hilft es der Suchmaschine, den Inhalt des Bildes zu verstehen und mit Fokus-Keywords zu verknüpfen. Zweitens ist es durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz mittlerweile Pflicht, Texte zu hinterlegen, die sehbehinderten Menschen beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist. Eine gute Beschreibung wäre beispielsweise: „Rote Handtasche von Chanel auf einem Glastisch in einer Vitrine“. Zusätzlich „erbt“ ein Bild Informationen von seinem textlichen Umfeld. Steht ein Bild in einem Ratgeberartikel über Designertaschen, wird Google es automatisch als relevanter für dieses Thema einstufen als ein Bild, das isoliert auf einer leeren Seite steht.
Wie unterstützen strukturierte Daten und Sitemaps die Sichtbarkeit der Bilder in der Google- und KI-Suche?
Damit Google die Bilder einer Webseite effizient indexieren kann, sollten technische Hilfsmittel wie strukturierte Daten und Bilder-Sitemaps genutzt werden. Im E-Commerce sind strukturierte Daten im Produktschema (Schema.org) ein absoluter Standard. Sie liefern der Suchmaschine präzise Informationen über Preis, Verfügbarkeit und eben auch das zugehörige Produktbild. Moderne Shopsysteme erledigen dies oft automatisch, bei älteren Systemen ist hier jedoch häufig eine manuelle Nachbesserung oder ein Update erforderlich, um auch für das Google Merchant Center gerüstet zu sein.
Eine Bilder-Sitemap ist besonders für Branchen wertvoll, die stark von visuellen Inhalten leben, wie etwa Fotografen, Architekten, die Gastronomie oder Ferienunterkünfte. Sucht jemand nach einer „Ferienwohnung am Tegernsee mit Alpenblick“, helfen korrekt gesetzte Alt-Texte und die Hinterlegung in einer Sitemap der Suchmaschine dabei, genau diese Bilder in den Suchergebnissen anzuzeigen. Diese Sitemaps können gezielt in der Google Search Console angemeldet werden, um sicherzustellen, dass kein wichtiges Bild beim Crawling übersehen wird.
Wie gelingt der Sprung in die begehrten Bild-Snippets der Google-Suche?
Jeder Webseitenbetreiber wünscht sich, dass neben seinem Text-Suchergebnis auch direkt ein ansprechendes Vorschaubild angezeigt wird. Eine Garantie dafür gibt es seitens Google nicht, da die Suchmaschine dynamisch entscheidet, ob und welches Bild angezeigt wird. Es gibt jedoch Strategien, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen: Google bevorzugt oft das erste Bild einer Seite oder dasjenige, das dem Titel (H1) und dem Alt-Attribut inhaltlich am nächsten kommt.
Technisch gesehen ist ein quadratisches Format (am besten 800 x 800 Pixel) von Vorteil, da Google die Snippets in der mobilen Suche oft quadratisch ausspielt. Ein Bild, das an prominenter Stelle im Inhalt platziert ist und die Hauptaussage der Seite visuell unterstützt, hat die besten Chancen, als Vorschaubild ausgewählt zu werden. Auch wenn Google letztlich die Kontrolle behält, schafft eine saubere technische und inhaltliche Optimierung die notwendige Basis, um in den Suchergebnissen hervorzustechen.
Fazit – Bilder für Google- & KI-Suche optimieren
Die Optimierung für Google Lens ist weit mehr als nur klassische Bild-SEO; sie ist eine Anpassung an ein hochgradig visuelles und mobiles Nutzerverhalten. Durch die Kombination aus exzellenter Bildqualität, modernen technischen Formaten und präzisen Metadaten können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Produkte in dem Moment gefunden werden, in dem das Interesse des Kunden am größten ist.
Wer heute in die visuelle Auffindbarkeit investiert, sichert sich einen entscheidenden Vorsprung in einem Markt, der zunehmend durch Kameras statt durch Tastaturen gesteuert wird.
Über den Autor

Jens Mönning ist ein Experte im Bereich Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO & GEO) und arbeitet seit 2022 als SEO-Manager bei der MADMEN Onlinemarketing GmbH. Er beschäftigt sich seit 1999 mit Suchmaschinenoptimierung und Onlinemarketing und betreut Kunden aus ganz Deutschland im Bereich SEO und GEO.



