Mehr Klicks aus der KI-Suche – SEO ist nicht tot!
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Suchmaschinenlandschaft hat eine tiefgreifende Transformation eingeleitet, die anfangs massive Einbrüche von Klicks aus der Suche zur Folge hatte. Während dadurch befürchtet wurde, dass KI-generierte Antworten den direkten Klick auf Webseiten überflüssig machen könnten, zeigt sich nun eine interessante Gegenbewegung: Die Klicks kehren zurück, da sich KI-Ergebnisse optisch und funktional wieder den klassischen Suchergebnissen annähern.
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Das Wichtigste in Kürze
- AI-Overviews (Übersicht mit KI) führten anfangs zu Einbrüchen bei den Klickzahlen, da informationelle Anfragen oft direkt in der Suche beantwortet wurden.
- Aktuelle Entwicklungen zeigen eine Rückkehr zu vertrauten Strukturen, wie Kartenansichten, Produktkracheln und sogenannten „Verticals“ innerhalb der KI-Antworten.
- Das Bezahlmodell für Werbung in KI-Tools (häufig basierend auf Einblendungen statt Klicks) erhöht den Druck auf Anbieter, messbare Rückmeldungen und Verlinkungen zu integrieren.
- Für die Sichtbarkeit in KI-Suchen sind externe Signale wie Bewertungen auf Drittplattformen und eine starke eigene Webpräsenz wichtiger denn je.
- Die Personalisierung spielt eine entscheidende Rolle; Suchergebnisse in Tools wie ChatGPT werden stark durch den bisherigen Chatverlauf und individuelle Präferenzen beeinflusst.
Wie haben KI-Overviews die Suchlandschaft verändert?
Mit der Einführung von KI-basierten Zusammenfassungen, etwa den Google AI-Overviews im März 2025, änderte sich das Nutzerverhalten grundlegend. Plötzlich erhielten Suchende bei rein informationellen Anfragen sofort eine kompakte Antwort, ohne eine der klassisch gelisteten Webseiten besuchen zu müssen. Dies löste in der SEO-Branche eine regelrechte Untergangsstimmung aus, da befürchtet wurde, dass der Traffic für Informationsseiten dauerhaft versiegen könnte.
Allerdings hat sich gezeigt, dass die Klicks, die trotz KI-Antwort generiert werden, oft hochwertiger sind. Nutzer, die nach einer KI-Zusammenfassung dennoch auf einen Link klicken, sind in der Regel besser vorinformiert und zeigen eine höhere Conversion-Bereitschaft. Die KI fungiert hierbei als eine Art Vorfilter, der ernsthafte Interessenten gezielter weiterleitet. Dennoch bleibt das Problem bestehen, dass die klassischen „10 blauen Links“ durch die KI-Integrationen immer weiter nach unten gedrückt werden, was ein vermehrtes Scrollen der Nutzer erforderlich macht.
Warum ähneln KI-Antworten immer mehr der klassischen Suche?
Interessanterweise lässt sich beobachten, dass Tools wie ChatGPT oder Perplexity ihre Ergebnisdarstellung zunehmend an das bekannte Google-Layout anpassen. Es werden vermehrt Verticals genutzt – also spezifische Darstellungsformen für lokale Suchen oder Produkte. Sucht ein Nutzer beispielsweise nach einem lokalen Dienstleister, erscheint eine Karte; sucht er nach Hardware, werden Produktkracheln eingeblendet. Früher waren Quellen oft in separaten Reitern oder Seitenmenüs versteckt, was die Klickrate senkte. Heute werden Referenzen prominenter und optisch ansprechender – teils sogar mit Bildern und Favicons – direkt in die Antwort integriert.
Ein treibender Faktor hinter dieser Entwicklung ist vermutlich die Monetarisierung. In den USA ist es bereits möglich, Werbung innerhalb von KI-Antworten zu schalten. Da diese Modelle oft nicht auf „Cost-per-Click“ (CPC), sondern auf reinen Einblendungen (Cost-per-Impression) basieren, fordern Werbetreibende mehr Transparenz und Interaktionsmöglichkeiten. Die KI-Anbieter reagieren darauf, indem sie die Antworten wieder „klickbarer“ machen, um den Wert für die Inserenten zu steigern.
Welche Rolle spielt der Such-Intent bei KI-Anfragen?
Die Qualität und Art der KI-Antwort hängt massiv davon ab, ob der Nutzer eine informationelle oder eine transaktionale Absicht verfolgt. In den Quellen wird dies am Beispiel einer Waschmaschinensuche verdeutlicht: Eine vage Anfrage nach „Waschmaschine Outdoor-Programm“ liefert oft erst einmal eine Erklärung der Funktion (niedrige Temperatur, geringe Schleuderzahl). Hier bietet die KI oft einen Mehrwert durch ein „Featured Snippet“-ähnliches Format.
Sobald die Suche jedoch konkreter und kauforientierter (transaktional) wird („Waschmaschine mit Outdoor-Programm kaufen“), ändern die KI-Tools ihre Strategie. Während Google hier sofort mit gesponserten Shopping-Ergebnissen und Amazon-Links reagiert, liefert ChatGPT detaillierte Modellvorschläge inklusive Vor- und Nachteilen sowie direkten Links zu großen Händlern wie MediaMarkt oder Idealo. Ein entscheidender Unterschied bleibt die Personalisierung: Die KI lernt aus vergangenen Chats. Hat sich ein Nutzer bereits früher mit bestimmten Marken oder Geräten beschäftigt, werden diese bevorzugt in neuen Suchen ausgespielt, was die Ergebnisse extrem individuell macht.
Wie schlagen sich KI-Tools bei der lokalen Suche?
Bei der lokalen Suche, etwa nach einem Zahnarzt oder einem Fahrradhändler, nutzen viele KI-Anbieter wie ChatGPT und Perplexity externe Kartendaten von Anbietern wie Mapbox oder OpenStreetMap, anstatt auf Google Maps zurückzugreifen. Die Darstellung ähnelt zwar dem gewohnten Bild (Liste der Anbieter neben einer Karte), doch die Datengrundlage führt zu interessanten Unterschieden.
Ein kritischer Punkt bei der lokalen KI-Suche ist die Vertrauenswürdigkeit der Quellen. So ist die Gewichtung der Ergebnisse stark an Bewertungen gekoppelt, wobei die KI teilweise nicht zwischen der Anzahl und der Qualität der Bewertungen differenziert. Ein Zahnarzt mit nur einer einzigen 5-Sterne-Bewertung kann dadurch prominenter platziert werden als ein etablierter Kollege mit vielen, aber leicht schlechteren Rezensionen. In diesem Bereich zeigen sich etablierte Produkte wie Google Gemini oft noch überlegen, da sie auf die umfangreiche und verifizierte Datenbasis von Google zurückgreifen können.
Warum bleiben externe Signale und Bewertungen das A und O?
Trotz der fortschrittlichen Technologie der Sprachmodelle bleibt die eigene Webseite das Fundament der digitalen Identität. Sie dient als primäre Informationsquelle, die durch Techniken wie strukturierte Daten (schema.org), „Grounding Pages“ oder spezifische Dateien (LLMS.TXT) für KI-Maschinen lesbar gemacht wird. Dennoch zeigt die Analyse der Quellen, dass externe Signale für das Ranking innerhalb der KI-Antworten unerlässlich sind.
Besonders bei der Suche nach „dem Besten“ in einer Kategorie verlassen sich KIs auf große Bewertungs- und Drittanbieterplattformen wie Yameda, Sanego oder „Wer kennt den Besten“. Wer dort gut platziert ist, hat eine deutlich höhere Chance, in einer KI-Zusammenfassung als Empfehlung aufzutauchen. Auch Erwähnungen in Fachzeitschriften oder gewonnene Testsiege werden von Systemen wie Gemini aktiv hervorgehoben und direkt verlinkt. Ein starkes Google-Ranking korreliert zudem oft mit der Erwähnung in KI-Antworten, was unterstreicht, dass klassische SEO-Arbeit keinesfalls obsolet geworden ist.
Was bringt die Zukunft für das E-Commerce in der KI?
Die Entwicklung steht erst am Anfang. Ein großer Trend, der bereits in den USA getestet wird, ist die direkte Integration von Kaufoptionen in das KI-Suchergebnis. Nutzer müssten dann die Plattform gar nicht mehr verlassen, um eine Transaktion abzuschließen. Dies könnte den Einfluss von Webseiten als Verkaufskanäle weiter schwächen, aber gleichzeitig neue Wege für den direkten Abverkauf eröffnen.
In Europa bremsen aktuell noch Themen wie der Datenschutz und das Fehlen eigener großer Plattformlösungen diese Entwicklung etwas aus. Es gibt jedoch Bestrebungen, europäische Alternativen im Bereich der Zahlungsanbieter oder Softwarelösungen zu schaffen, um die Abhängigkeit von US-Giganten zu verringern. Bis diese Technologien flächendeckend in Deutschland ankommen, wird vermutlich noch eine gewisse Testphase vergehen, doch die Geschwindigkeit, mit der Innovationen aus Übersee herüberschwappen, hat deutlich zugenommen.
Fazit – Wie KI die Klicks in der Google-Suche beeinflusst
Die anfängliche Furcht vor einem klicklosen Internet durch KI scheint unbegründet, da sich die Systeme zunehmend in Richtung einer hybriden Sucherfahrung entwickeln, die Informationen und Verlinkungen kombiniert. Für Unternehmen bedeutet dies, dass eine optimierte Webseite und eine starke Präsenz auf Bewertungsportalen wichtiger sind denn je, um in den personalisierten Antworten der KI stattzufinden.
Letztlich zeigt sich, dass Qualität und externe Validierung auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz die entscheidenden Währungen für Sichtbarkeit bleiben.
Über den Autor

Jens Mönning ist ein Experte im Bereich Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO & GEO) und arbeitet seit 2022 als SEO-Manager bei der MADMEN Onlinemarketing GmbH. Er beschäftigt sich seit 1999 mit Suchmaschinenoptimierung und Onlinemarketing und betreut Kunden aus ganz Deutschland im Bereich SEO und GEO.



