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Sind Nutzersignale ein Ranking Faktor bei der Google-Suche?

Die Antwort: nein(, aber)

Zumindest nach einer Aussage von Google-Mitarbeiter Gary Illyes aus 2017.

Dennoch gibt es in der SEO-Gemeinde weiterhin Diskussionen zum Thema Nutzersignale als Rankingfaktor. Ein Grund dafür ist ein Patent, das die größte Suchmaschine der Welt noch im Jahr 2016 zum Thema Verweildauer (Website duration) angemeldet hat.

In der Suchmaschinenoptimierung gibt es bislang zwei Ansatzpunkte: onpage Optimierung (auf der Website selbst) und offpage Optimierung (auf anderen Websites). Diese könnten nun durch einen dritten Punkt user signals (Nutzersignale) ergänzt werden.

Nutzersignale ein Ranking Faktor?

Was sind Nutzersignale?

Es werden vier bis fünf klassische Nutzersignale unterschieden:

  • Absprungrate (bounce rate)
  • Verweildauer (dwell time)
  • Click rate (click through rate/CTR)
  • long oder short clicks (Extremfall: pogo-sticking) und evtl.
  • die Scrolltiefe

Sie geben der Suchmaschine Aufschluss darüber, wie der Nutzer mit den Suchergebnissen interagiert. Und was versteht man unter den jeweiligen Nutzersignalen?

 

 

Die Nutzersignale schnell erklärt

Bei der Absprungrate wird gemessen, wie groß der Anteil an Website-Besuchern ist, welche die Domain nach Betrachten der ersten angesehenen Seite sofort wieder verlassen. Einen positiven Einfluss auf diese Zahl haben also Besucher, die sich auch auf anderen Unterseiten umsehen, die also verweilen.

Womit wir zum nächsten Punkt kommen – der Verweildauer. Wenn Sie eine Seite öffnen, wie lange lassen Sie Ihren Blick auf diese gerichtet? Natürlich kommt es dabei darauf an, was Sie sehen. Bleiben Sie länger auf der Seite, kann man das als positives Nutzersignal deuten – die geöffnete Seite scheint relevant zu sein.

Das dritte Nutzersignal in der Liste ist die click rate. Hierbei wird die Anzahl der Klicks auf einen Link mit der Gesamtzahl derer, die ihn sehen ins Verhältnis gesetzt. Sehen 100 User Ihren Link und 5 klicken darauf, haben Sie eine CTR von 5% für Ihren Link erreicht.

Der Unterschied zwischen long clicks und short clicks ist, dass der Nutzer in einem Fall lang, im anderen kurz auf der Domain bleibt. Damit ist dieses Nutzersignal eine Kombination aus der Absprungrate und der Verweildauer. Die Skala bewegt sich dabei zwischen zwei Extremen:

Das eine ist der Wunschtraum vieler Websitebesitzer. Der Besucher gelangt über einen Link auf die URL, liest dort ein Thema und widmet sich gleich dem nächsten – immer noch auf derselben Domain.

Das andere Extrem bezeichnet das sogenannte Pogo-Sticking: der Nutzer googelt nach einem Suchwort, klickt auf das erste Ergebnis, springt wieder zurück. Er klickt auf das zweite Suchergebnis, springt wieder zurück, und so weiter.

Ein weiteres Nutzersignal wird nicht in vielen Aufzählungen erwähnt: die Scrolltiefe. Gerade Onepager, also Websites ohne Unterseiten, laden je nach Informationsmenge zu langen Scrollingtouren ein. Widmet sich ein Nutzer dem langen Scrollen, so ist das in der Regel keine reine Fingerübung, sondern ein Zeichen von nutzerrelevantem Content.

Jetzt erstmal genug aus dem SEO-Lexikon. Was Sie jetzt brauchen, sind konkrete Vorschläge, wie man dem Nutzer den Mehrwert bietet, der ihn zu positiven Signalen bewegt.

 

Den Nutzen der Website für den Besucher steigern

Heutzutage muss alles schnell gehen. Da kommt der PageSpeed ins Spiel. Wussten Sie, dass Sie über die Hälfte Ihrer mobilen Nutzer verlieren, wenn Ihre Seite länger als drei Sekunden lädt?

 

PageSpeed messen

Es gibt ein einfaches Tool, um den PageSpeed zu messen. Und wie sollte es anders sein, es kommt von der Mega-Suchmaschine Google: PageSpeed insights

Durch die Eingabe Ihrer Website analysiert Google getrennt nach mobiler und Desktopversion, wie gut Ihre Seite schon auf Geschwindigkeit optimiert ist. Das Geniale daran: es werden gleich einige individuelle Optimierungsvorschläge mitgeliefert. Nicht schlecht für eine kostenlose Seite ohne Anmeldung!

 

Mehrwert bieten

Weiter geht’s: nehmen wir einmal an, Ihre Website ist ein gefalteter Papierflyer. Was lesen Ihre potenziellen Kunden? Erstmal nur die sichtbaren Informationen. Und nur wenn diese relevant sind, faltet der Kunde auf.

Bei Ihrer Internetseite ist das nicht anders. Sie halten Ihre Nutzer nur, wenn das, was vor dem ersten auffalten (scrollen) zu sehen ist, auch Mehrwert bietet. Oder suchen Sie auf einer Seite nach Hundefutter, auf der es auf den ersten Blick um Katzen geht? Wohl kaum.

 

Usability fördert positive Nutzersignale

Die Usability ist ein weiterer Punkt, der den Besuchernutzen steigert. Dazu gehören vor allem eine einfache Bedienung und eine klare, verständliche Sprache. Kennzeichnen Sie zum Beispiel Ihre Links, schreiben Sie kurze Sätze und veranschaulichen Sie Sachverhalte mit einem Bild (aber nicht zu hoch aufgelöst, sonst wird Ihre Seite wieder langsam).

Versuchen Sie Ihren Content möglichst hilfreich für den Nutzer zu gestalten. Denken Sie daran, dass es nicht mehr nur darum geht, möglichst viele User auf die Seite zu locken, sondern Ihnen auch etwas zu bieten! Lösen Sie die Probleme der Besucher (zum Beispiel durch FAQs) und sorgen Sie für einen guten Service. Zu diesem Zweck können Sie weiterführende Informationen auf Ihrer oder externen Seiten verlinken.

 

UNFASSBAR! Dieser Trick könnte alle Probleme der Welt lösen!

Kennen Sie Clickbaits? Das sind Überschriften, mit denen Besucher dazu gebracht (geködert) werden soll, auf einen Link oder ein Video zu klicken. Also nichts anderes als ein Teaser.

Nun ist es leider so, dass Clickbaiting mittlerweile einen schlechten Ruf hat. Grund sind Überschriften wie diese (UNFASSBAR…). Auch wenn sich hinter dem Klick für den Nutzer interessante Infos verstecken, wird die Neugierlücke, auf der die Idee des Clickbait fußt, nicht geschlossen.

Aber nutzen Sie Clickbaits! Machen Sie es fair und teasern Sie Ihren Besuchern genau das, was sie erwarten wird. Das erhöht die Klickrate und enttäuscht der Nutzer nicht.

Stellen Sie die Nutzerzufriedenheit über alle anderen Ziele!

 

Was wissen wir?

Wir wissen, dass Nutzersignale offiziell kein Ranking-Faktor sind. Wir wissen aber auch, dass sie indirekt sehr wohl Einfluss auf das Ranking nehmen. Nutzersignale sind mittlerweile eine feste Größe in der Suchmaschinenoptimierung, sie werden in Zukunft an Einfluss gewinnen.

Wichtig für Suchmaschinen sind nach wie vor: Content (Inhalt), Backlinks auf die Seite, und Sicherheit (zum Beispiel durch SSL-Zertifikate). Diese werden auch in Zukunft und mit wachsendem Einfluss der Nutzersignale nicht zu vernachlässigen sein.

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